Sortiertes Chaos? Klingt fast unmöglich, ist aber Alltag in unseren Logistikzentren!

von Slawomir Johns, Katharina Schütz - 10.11.2017

Die reinen Zahlen sind immer wieder aufs Neue beeindruckend. Alle deutschen Logistikzentren von Zalando verfügen über eine Gesamtfläche von rund 590.000 Quadratmetern. Das entspricht in etwa einer Fläche von 83 Fußballfeldern, auf denen wir Waren für über 22 Millionen aktive Zalando Kunden in Europa bereithalten. Sobald eine Bestellung erfolgt, geht aber alles ganz schnell. Jeder Handgriff sitzt und ein Rädchen greift ins andere – und nur kurze Zeit später kann der Kunde sein Paket bereits entgegennehmen. Wie ist das möglich? Die Antwort auf diese Frage ist nur auf den ersten Blick verwirrend – denn sie lautet: chaotische Lagerhaltung.

Dieses “Chaos” und somit auch der Unterschied zu einer sortenreinen Lagerung besteht im Grunde darin, dass gleiche Artikel nicht gebündelt an einer Stelle eingelagert, sondern frei und beliebig verstaut werden. Und zwar einfach dort, wo gerade Platz dafür ist. In unseren Regalen findet man meistens in den unteren Reihen Textilien und in den oberen Reihen Schuhkartons. Dazwischen gibt es aber auch Regale für Hängeware und Platz für Taschen. Jeder Gang ist somit individuell gemischt. Diese Art der Einlagerung hat sich in den vergangenen Jahren bewährt und bietet eine ganze Reihe von Vorteilen. “Es macht für uns einfach viel Sinn, weil wir vorher natürlich nicht wissen, was der Kunde bestellt”, sagt unsere Prozessmanagerin Mareike aus Mönchengladbach. “Nehmen wir mal an, die Bestellung beinhaltet drei Artikel. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich alle in einer Zone befinden, ist viel höher, wenn die Artikel vorher zufällig eingeräumt wurden.” Das spart in der Folge dann natürlich Laufwege und somit Zeit ein. Darüber hinaus vermeiden wir, dass sich unsere Einräumer (Stower) und unsere Kommissionierer (Picker) bei stark nachgefragten Artikel auf den Füßen stehen. Dadurch, dass die Artikel frei verteilt sind, verteilen sich auch unsere Mitarbeiter. Zusätzlich sparen wir uns den Umstand, dass die Stower nicht erst den Lagerplatz suchen müssen, wo der Artikel verstaut werden soll, sondern in dieser Hinsicht im Prinzip die freie Auswahl haben. So sparen wir eine Menge Zeit beim einlagern und der Stower muss keine weiten Wege zurücklegen. Kurz um, eine sortenreine Lagerung würde für unsere Prozessabläufe zu viele gewisse Nachteile mit sich bringen, die wir mit dem Chaos nicht haben.

Und wie heißt es so schön: Das Genie beherrscht das Chaos! “Für uns ist dieses Chaos definitiv gut”, sagt Mareike. “Streng genommen müssten wir hier auch von einem sortierten und gesteuerten Chaos sprechen, denn so richtig zufällig läuft das Ganze ja nicht ab.” Tatsächlich verbirgt sich hinter dieser scheinbar chaotischen und zufälligen Vorgehensweise ein technisch komplexes System, das uns dabei hilft, unser vorrangiges Ziel zu erreichen: unseren Kunden ihre Pakete so schnell wie möglich und zuverlässig zukommen zu lassen. Durch unser Zalando eigenes Warenwirtschaftssystem wissen wir nach der Einlagerung haargenau, wo welcher Artikel und in welcher Größe, liegt und wie wir für den Picker die Laufwege optimieren können. Ein MDE Gerät pro Mitarbeiter hilft, die Steuerung der Ein und Auslagerung zu koordinieren. Hierfür werden unsere Mitarbeiter selbstverständlich auch ausgiebig geschult. Dem Zufall überlassen wird somit letztlich dann doch nichts und das Chaos erscheint nur auf den ersten Blick wie ein buntes Durcheinander.

Das sortierte Chaos möchtest du dir einmal ansehen? Zudem möchtest du in die Zalando Intralogistikwelt eintauchen und unsere Prozesse erlernen? Dann bewirb dich noch heute und finde hier einen passenden Job für deinen Einstieg bei Zalando Logistics in Brieselang, Erfurt, Lahr/Schwarzwald oder Mönchengladbach.